Florida und seine kulinarischen Wettbewerbe

Florida ist stolz auf seine Superlative. Der „Sunshine State“, der laut National Climatic Data Center der wärmste Bundesstaat in den Vereinigten Staaten ist, trumpft auf mit weißen Sandstränden, Palmen, Lagunen, Nationalparks und eben Sonnenschein. Allerdings verstehen die Floridianer darunter nicht nur wärmende Strahlen von oben, sondern auch Regentropfen, die euphemistisch als flüssiger Sonnenschein bezeichnet werden.

Dabei sind bei bei jedem Wetter Spaß und Abwechslung zu finden. Noch relativ jung, aber ungeheuer populär, sind die Wettessen, die in Florida zu den Publikumsmagneten gehören. Dabei geht es sowohl um die Geschwindigkeit, mit der sich die Teilnehmer vollstopfen können, wie auch um die Mengen an Essen. Dabei wird alles Mögliche serviert, und die Gewinner werden mit Ruhm und Preisen belohnt.

Sein Fassungsvermögen, was Geburtstagskuchen anbelangt, brachte Wettesser Matthew „The Megatoad“ Stonie im Jahr 2014 satte 2500 Dollar Preisgeld ein. Dafür verleibte er sich in Palm Beach bei der Weltmeisterschaft im Geburtstagskuchenessen in acht Minuten rund 30 Stücke Kuchen ein.

In Asien gehören Kakerlaken und Insekten zur täglichen Ernährung 

Selbst unter den verrücktesten Ess-Wettbewerben der USA nahm ein Kakerlaken-Wettessen in einem Reptiliengeschäft in Deerfield Beach im Jahr 2012 einen traurigen Sonderplatz ein. Der Sieger starb kurz darauf. Die anderen der rund 30 Teilnehmer waren quietschfiedel – eine Autopsie sollte klären, ob es mögliche Zusammenhänge mit der ungewöhnlichen Mahlzeit gab.

Dabei muss man nicht einmal Schaben und Würmer essen, um vor allem im Urlaub mit Bauchschmerzen zu rechnen. Hausmittel helfen in den meisten Fällen gegen Magenverstimmungen und andere leichte Erkrankungen. Ingwertee, Brühe, Pfefferminztee, Salzwasser und mehr gehören zu den nützlichen Helfern.

Etliche Ess-Champions trainieren schon Wochen im voraus für die Wettbewerbe. Weil es meist gegen die Stoppuhr geht, sind viele, schnell zu kauende und herunter zu schluckende kleine Bissen oft besser als große Happen, die in der Kehle stecken bleiben.

Etliche Restaurants und Eiscafes in Florida bieten Wettessen in kleinerem Rahmen. Zu gewinnen sind zwar keine Weltmeistertitel, aber lokaler Ruhm und unvergessliche Erinnerungen.

Shula’s Steak House war mit seiner Riesensteak-Herausforderung ein Hit in der Reality-Show „Man vs. Food“. Dabei galt es, ein 48 Unzen wiegendes Steak zu verzehren. Das sind umgerechnet rund 1360 Gramm.

Die noch immer populäre Show „Man vs. Food“ ist allerdings nicht nur auf Steaks begrenzt. Pfannkuchenberge, feurige Hühnerflügel, Burritos und 180 Austern haben Wettesser Adam Richmans Magen und Konstitution im Laufe von mehr als zehn Jahren bis zum äußersten getestet.

Einen echten Härtetest für Geschmacksnerven und Kapazität stellte lange Zeit die „Inferno Soup Challenge“ bei Nitally’s in St Petersburg dar. Zu den Zutaten der höllisch scharfen Suppe im Thai-Mex Restaurant gehörte Bhut Jolokia, eine Chillischote, die so scharf ist, dass das Versuchslaboratorium der indischen Armee das Pulver in Tränengas-Granaten verwendet hat.

2013 schaffte es der erste Wettesser, 48 Unzen der infernalischen Suppe herunter zu bekommen. Hunderte vor ihm versagten angesichts der Schärfe.

Doch bei aller Liebe zu Wettbewerben geht es in den meisten Gastronomiebetrieben nicht so extrem zu. Und außer Quantität geht es fast überall auch um eine entsprechende Qualität Schließlich geht es auch um den Genußfaktor, egal wie groß die Menge ist.